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Manchester orchestra simple math drums
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"Dinosaur" gemahnt tatsächlich an ihre Urzeiten, wenn einem Hull zunächst ins Ohr flüstert und sich dann gemeinsam mit dem Rest im Galopp überschlägt. Unterm Strich zeigt der Daumen dennoch nach oben, weil die Band auch auf der zweiten Hälfte von "The million masks of God" oft genug ihr Kompositionstalent zeigt. Immerhin klingt das irreführend betitelte "Let it storm" nur knappe 60 Sekunden lang wie Ed Sheeran, ehe der Track mit verschachteltem Arrangement und verzerrtem Solo doch noch ein anderes Niveau erreicht. Das ist deshalb so schade, weil dieses lose Konzeptalbum über Vergänglichkeit und die Begegnung mit einem Todesengel textlich durchaus über eine Tiefe verfügt, welche die Musik nur selten widerspiegeln kann. Mit Chören und plumpem Drumcomputer droht "Way back" gar in den seichtesten Folk-Pop-Tümpeln zu verschlammen. Das sachte gezupfte "Telepath" etwa zieht völlig nichtssagend an einem vorbei – erschreckend, konnte das Quartett aus Atlanta auf früheren Werken der Ruhe eine ebensolche Intensität abringen wie dem Sturm.

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Gott mag eine Million verschiedener Gesichter haben, doch hier setzt er größtenteils die Schlafmaske auf. Mit dem grazilen Highlight "Annie" ändert sich diese Ästhetik, wirft damit allerdings ein Problem auf. Mal schwimmt eine Akustikgitarre im Rhythmus oder treibt ein kleines Piano-Motiv an die Oberfläche, doch insgesamt kapitulieren die Folk-Einflüsse des Vorgängers im ersten Albumdrittel vor einer dickflüssigen Produktion, die kaum ein Luftloch lässt. Auch die erste Single "Bed head", bei der sich ein Forums-User über die fehlenden Bratgitarren wunderte, entwickelt einen mitreißenden Sog und fährt eine grandiose, von Hull mit überquellender Inbrunst geschmetterte Bridge auf. Von dort oben lassen sich sicher noch die ausgebreiteten Arme von "Angel of death" erkennen – astreiner Stadionrock, aber mit starkem Melodiebogen, einem leicht psychedelischen Groove in den Strophen und vernebelter Coda. Der Opener "Inaudible" irritiert zunächst mit mehrstimmigen Vocals über einem synthetischen Sonnenaufgang, bis der Song mit Anlauf in den Orbit abhebt. Tappen Manchester Orchestra in die häufige Falle, Erwachsenwerden mit dem Abdriften in Langeweile und Beliebigkeit zu verwechseln? Ganz so einfach ist es auch wieder nicht.ĭenn gerade zu Beginn tanzt die Platte die oft gesehenen Choreografien mit viel Leidenschaft und vollführt auch ein paar unerwartete Bewegungen. Dass "The million masks of God" nun eine ganze Albumhälfte der Reflexion widmet und die lauteren Momente vor allem mit Elektronik-Bombast und Achtziger-Rhythmen füllt, überrascht wenig. Auf "Simple math" wurden die Verstärker leiser und die Ambitionen größer, ehe mit "Cope" der rohe, krachige Rückfall folgte – nicht ohne ein akustisches Gegenstück namens "Hope" hinterherzuschicken und damit keine Zweifel am durch "A black mile tot he surface" endgültig festgezurrten Reifeprozess zu lassen.

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Die ungestüme Energie ihrer Anfangszeit kanalisierten die Jungs um Andy Hull in ihren Zweitling "Mean everything to nothing", ein spätes Meisterwerk des Indie- und Emo-Rock der Nuller. Die Entwicklung von Manchester Orchestra verlief bis hierhin nach den ganz typischen Mustern einer Gitarrenband.











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